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Frühkindliche Bildung
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Frühkindliche Bildung

Übersicht der Verfahren

ZeitpunktEinschätzungsbögen als ScreeningsAusführliche BeobachtungsverfahrenTestverfahren
ca. 20 Monate vor der EinschulungProtokollbögen Vorstellungsverfahren Viereinhalbjährige (VVV)*Bildimpuls VVV **
HAVASE 4 (Ball, Zaun, Pech)
SISMIK – SELDAK
BaSiK
MARKO D
MBK 0
Anfang Vorschuljahr
Herbst vor der Einschulung
LEA-VSK (Lernausgangslage)
„DAS KANN ICH ALLES“-Bögen (Selbsteinschätzung für Vorschulkinder)
HAVASE 5 (Katze und Vogel) **
SISMIK – SELDAK
BaSiK
BISC
MARKO D
MBK 0
Ende Vorschuljahr
Sommer vor der Einschulung
LEWI-VSK (Lernentwicklungsdokumentation)
„DAS KANN ICH ALLES“-Bögen (Selbsteinschätzung für Vorschulkinder)
HAVASE 6 (Giraffe) **
SISMIK – SELDAK
BaSiK
KEKS 1 Deutsch
BISC
KEKS 1 Mathe
HaReT 1
Kalkulie 1
MARKO D
MBK 0
Klasse 1LEWI-VSK als Lernausgangslage für Klasse 1 nutzbarHAVASE 7/8 (Bach, Sprungbrett, Teddy)
ÜKO-Bogen zur Einschätzung überfachlicher Kompetenzen
SCHNABEL*
KEKS 1 Deutsch
KEKS 1 Mathe
HaReT 1*
Kalkulie 1
MARKO D
MBK 0

Empfohlen vom IfBQ für Hamburger Kitas und Vorschulklassen, Stand Mai 2026
* verbindlich für alle | ** verbindlich für einzelne (§28a)

Detailinformationen zu den Einschätzungsbögen als Screening

Die folgenden standardisierten Verfahren der Beobachtung und Dokumentation nutzen Einschätzungsbögen als Screening. Kopiervorlagen für die Einschätzungsbögen stehen im Downloadbereich bereit. 

Protokollbögen, die sowohl in Kitas als auch in Schulen eingesetzt werden, geben im Rahmen des Verfahrens zur Vorstellung Viereinhalbjähriger einen Überblick über Kompetenzen und Entwicklungsstände Hamburger Kinder circa 20 Monate vor der Einschulung. Folgende Bögen stehen zur Verfügung: 

  • Bogen A umfasst eine „Kompetenzeinschätzung“ für zentrale Bereiche entsprechend der Hamburger Bildungsempfehlungen. Dieser Bogen wird in der Kita ausgefüllt, mit den Eltern besprochen und in Ausnahmefällen auch an die Schule weitergegeben. 
  • Bogen B umfasst eine „Zusammenfassung“ der Ergebnisse in Bogen A, wird von der Kita ausgefüllt und an die Schule weitergeschickt. Dort wird er nach dem Elterngespräch in der Schule vervollständigt und in der Schulakte abgelegt. 
  • Bogen C wird von Schulen genutzt, wenn Bogen B aus der Kita nicht rechtzeitig angekommen ist, er umfasst die zentralen Inhalte der Bögen A und B. 

Anhand der Protokollbögen A und B oder C werden für jedes Kind wichtige Aspekte seines Entwicklungsstandes dokumentiert. Sie umfassen Items zu überfachlichen und fachlichen Kompetenzen: Selbstkompetenzen, soziale und lernmethodische Kompetenzen, motivationale Einstellungen, motorische, sprachliche, mathematische und weitere fachliche Kompetenzen. 

Die Übergänge von der Kita in die Vorschulklasse (VSK) und von der VSK in die 1. Klasse stehen im Fokus der Lernentwicklungsbeobachtungen in den Vorschulklassen. Für die Lerndokumentation in den VSK (LEDO-VSK) stehen spezielle Erfassungsbögen zur Verfügung. Auf dem Deckblatt erfassen Sie Besonderheiten zum Hintergrund eines Kindes sowie zu seinen Interessen. Auf weiteren Bögen dokumentieren Sie zu Beginn des Vorschuljahres die Lernausgangslage (LEA-VSK) und daran anschlussfähig im Verlauf des Vorschuljahres die Lernentwicklung (LEWI-VSK) des Kindes. Die LEDO-VSK-Bögen wurden für den Einsatz in Hamburger Vorschulklassen entwickelt und erprobt. Sie können grundsätzlich auch von Kitas im Vorschuljahr genutzt werden.

  • LEA-VSK, Die Lernausgangslage am Anfang des Vorschuljahres erfassen (2 Seiten)
  • LEWI-VSK, Lernentwicklung im Vorschuljahr dokumentieren (3 Seiten)
  • Hinweise für Fachkräfte zu LEDO-VSK

Ergänzend zu den LEDO-VSK-Bögen stehen auch Bögen für die Vorschulkinder selbst zur Verfügung: die „DAS KANN ICH ALLES“-Bögen. Anhand von Zeichnungen werden vielfältige fachliche und überfachliche Kompetenzen spielerisch abgefragt. Die Kinder können die Bögen selbst bearbeiten, nur zum Vorlesen der kurzen Erläuterungen zu jeder Zeichnung benötigen sie die Begleitung von Erwachsenen. Die Bögen stärken die Partizipation der Kinder und geben Anregungen zum Austausch zwischen Kindern, pädagogischen Fachkräften und Eltern. Sie sind explizit nicht als „Checkliste“ für die zukünftigen Erstklässler*innen konzipiert, sondern versetzen alle in die Perspektive der Kinder: Wie sehen sich die Kinder selbst? Wie schätzen sie das ein, was sie schon können? Die „DAS KANN ICH ALLES“-Bögen wurden für den Einsatz in Hamburger Vorschulklassen entwickelt und erprobt. Sie können grundsätzlich auch von Kitas im Vorschuljahr genutzt werden.

  • DAS KANN ICH ALLES – Anfang Vorschuljahr
  • DAS KANN ICH ALLES – Ende Vorschuljahr

Detailinformationen zu den Beobachtungsverfahren  

Ergänzend zu den Screenings anhand von Einschätzungsbögen helfen unterschiedliche ausführliche Beobachtungsverfahren, Lernstände und Förderbedarfe bei Vorschulkindern zu ermitteln. 

Lassen die Protokollbögen, die in Kita und Vorschule ausgefüllt wurden, bei einem Kind einen besonderen Sprachförderbedarf vermuten, folgt beim Termin zur Vorstellung Viereinhalbjähriger in der Schule eine Diagnostik mit dem Beobachtungsverfahren „Bildimpuls für Viereinhalbjährige“. Die Kinder werden aufgefordert, anhand von vier Bildern eine kleine Geschichte zu erzählen. Hierbei geht es um die grundlegende Fähigkeit, die auf den Bildern dargestellten Handlungen zu versprachlichen. Die Erzählungen der Kinder werden mittels eines standardisierten Schemas ausgewertet, dabei werden verschiedene Dimensionen kindlicher Sprachkompetenz erfasst (Aufgabenbewältigung, grammatische Grundstrukturen, Hörverstehen und Sprechweise). Im Gegensatz zu anderen standardisierten Testverfahren, die in der Regel rezeptive Sprachkompetenzen (Sprachverstehen) erheben, misst der „Bildimpuls für Viereinhalbjährige“ vor allem produktive Sprachkompetenzen (Sprechen). Das Verfahren ist einfach und pragmatisch durchführbar und hat den Vorteil, dass die Kinder ohne Druck zum freien Sprechen angeregt werden. 

Die Einschätzung des Sprachstands ergibt sich schließlich aus dem Gesamteindruck des Vorstellungsgesprächs unter Berücksichtigung der Informationen aus der Kita und den Ergebnissen zum Bildimpuls. Bei ausgeprägtem Sprachförderbedarf nehmen die Kinder verbindlich im Vorschuljahr an additiver Sprachförderung teil. 

Die Unterlagen zum „Bildimpuls für Viereinhalbjährige“ sind ansonsten nicht frei zugänglich, sie werden nur Hamburger Grundschulen im Rahmen der Diagnostik beim Vorstellungsverfahren Viereinhalbjähriger zur Verfügung gestellt. Wenn Fachkräfte aus Kitas oder anderen Bundesländern Interesse haben, eine entsprechende Sprachstandsbeobachtung durchzuführen, wird das Verfahren HAVASE empfohlen. 

Mit dem Hamburger Verfahren zur Analyse der Sprachentwicklung 4- bis 8-Jähriger (HAVASE 4–8) können pädagogische Fachkräfte in Kitas und Grundschulen sprachliche Kompetenzen ein- und mehrsprachiger Kinder mit Bildimpulsen erfassen, um individuelle Förderbedarfe zu ermitteln. Dazu erzählen die Kinder je nach Alter in einer Einzelsituation zu vier beziehungsweise sechs Bildern eine kleine Geschichte. Das Erzählte wird aufgenommen und später durch die pädagogische Fachkraft nach bestimmten Kriterien ausgewertet. 

HAVASE 4–8 ist ein standardisiertes und normiertes Instrument, das die bisher in Hamburg etablierten Verfahren HAVAS 5 (Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstandes Fünfjähriger) und VASE 4–8 (Verfahren zur Analyse der Sprachentwicklung 4- bis 8-Jähriger) in einem neuen und aktualisierten Gesamtpaket vereint. Für die 4- bis 6-jährigen Vorschulkinder gibt es vier Bildimpulse (diese umfassen auch den bisher aus HAVAS 5 bekannten Impuls „Katze und Vogel“). Für die 6- bis 8-jährigen Grundschulkinder gibt es weitere vier Bildimpulse. Das ermöglicht wiederholte Sprachstandsanalysen anhand der gleichen Kriterien und die Dokumentation von Lernentwicklungen. Auf dieser Grundlage kann eine systematische, diagnosegestützte Sprachförderung geplant werden, die eine Entwicklung über einen Zeitraum von mehreren Jahren unterstützt. 

Für mehrsprachige Kinder wurde das Material im Zuge dieser Aktualisierung zudem um weitere Auswertungsbögen in den Sprachen Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch und Ukrainisch ergänzt. 

SISMIK steht für „Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen“. Es ist ein standardisiertes Einschätzungsverfahren für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund von circa dreieinhalb Jahren bis zum Schulalter. Dokumentiert werden Kompetenzen zu Sprache und Literacy (kindliche Erfahrungen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur). Den Beobachtungsbogen zu SISMIK haben Michaela Ulich und Toni Mayr am Staatsinstitut für Frühpädagogik IFP entwickelt. SISMIK ist auch für den Einsatz in Vorschulklassen gut geeignet. 

SELDAK steht für „Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern“. Es ist ein standardisiertes Verfahren für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung von Kindern, die mit Deutsch als Erstsprache (Muttersprache) aufwachsen. Den Beobachtungsbogen zu SELDAK haben Michaela Ulich und Toni Mayr am Staatsinstitut für Frühpädagogik IFP entwickelt. Der Bogen ist für Kinder von vier Jahren bis zum Schulalter geeignet. Konzeption und Aufbau sind ähnlich wie bei SISMIK. Das Begleitheft hat zwei Teile. Teil 1 führt in die theoretischen Grundlagen und die Konzeption des Bogens ein und gibt praktische Hinweise zum Einsatz sowie für die qualitative und quantitative Auswertung des Bogens. Teil 2 enthält vielfältige Anregungen für die Förderung von Literacy. 

BaSiK steht für „Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen“. Das Verfahren wurde am Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) entwickelt. Es ermöglicht eine begleitende Beobachtung der kindlichen Sprachentwicklung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr in Kindertageseinrichtungen. Die Beobachtung erfolgt im pädagogischen Alltag und hat das Ziel, den Sprachentwicklungsverlauf eines Kindes kontinuierlich zu dokumentieren und darüber hinaus auch speziellen Förderbedarf zu erkennen. Aufbauend auf den Beobachtungen können Maßnahmen einer alltagsintegrierten Sprachbildung abgeleitet werden. Das Verfahren liegt in einer Version für Kinder unter drei Jahren und einer Version für Kinder über drei Jahren vor. 

Das IfBQ Hamburg stellt Einschätzungsbögen für die Dokumentation überfachlicher Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Die Bögen bieten pädagogischen Fachkräften in Kitas und Schulen ein standardisiertes Instrument, um einen differenzierten Blick auf Kompetenzen, Entwicklungen und Potenziale einzelner Kinder und Jugendlicher zu werfen. Der Einsatz eines übersichtlichen Verfahrens anhand transparent formulierter Kriterien erleichtert und versachlicht die Kommunikation zwischen allen am Lern- und Erziehungsprozess beteiligten Personen. Die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen kann ab dem Vorschulalter (VVV-Bögen und LEDO-VSK-Bögen) bis in Jahrgang 10 begleitet und für die Lernentwicklungsplanung genutzt werden. 

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Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
Institut für Bildungsmonitoring und
Qualitätsentwicklung

Beltgens Garten 25
20537 Hamburg

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